Kolping feiert ersten Triumph seit 15 Jahren

Überraschung bei Stadtmeisterschaft der Freizeitfußballer — Seriensieger "Pumas" scheiden früh aus

Den Siegerpokal der 32. Herzogenauracher Hallenfußball-Stadtmeisterschaft für Freizeitmannschaften ging nach vier Jahren der Dominanz der "Pumas" wieder einmal an ein anderes Team: Gastgeber Kolping feierte nach 15 Jahren Pause wieder mal einen Heimsieg in einem Turnier, das fair verlief, aber auch zwei "Skandälchen" hatte.



Für einen davon sorgten die "Pumas": Die Truppe, die von 2015 bis 2018 vier Mal hintereinander den Titel geholt hatte, schied nach zwei Niederlagen, einem Unentschieden und einem Sieg bereits nach der Gruppenphase aus. Zum Spiel um Platz sieben traten die Sportartikler – als einziges Team mit einer Dame im Aufgebot – nicht mehr an. Neuling All Africa Team wurde dadurch kampflos Siebter.

Das zweite Ärgernis beklagte die BSG INA 80. Sie mussten im letzten Vorrundenspiel ihrer Gruppe mit ansehen, wie der Konkurrent "das adi" kurz vor Schluss beim Stand von 2:2 regelwidrig seinen Torhüter gegen einen fünften Feldspieler austauschte, dadurch noch den 3:2-Sieg holte und mit einem Pünktchen Vorsprung vor den Betriebssportlern auf den zweiten Platz in der Gruppe A und somit ins Halbfinale kam. Weil der Schiri den Regelverstoß nicht bemerkte und daher nicht ahndete, blieb es jedoch beim Sieg von "das adi".

Im ersten Halbfinale trafen Turnierneuling FC Hangover 96 (bestehend aus Handballern) und die Westhrazien-Türken aufeinander. In die Vorschlussrunde hatten sich die Kicker von FC Hangover 96 souverän gebracht, und am Ende ihrer fünf Gruppenmatches mit fünf Siegen aus fünf Spielen mit der Maximal-Punktzahl von 15 unangefochten die Spitze ihrer Gruppe A erobert. Die Westhrazien-Türken waren nach zwei Siegen und zwei Niederlagen nur dank des besseren Torverhältnisses gegenüber den punktgleichen Herzo Kickers auf Rang zwei der Gruppe B gekommen.



Dieses Duell blieb bis zur Schlussminute spannend. Nach einem Lattentreffer von Hangover führten die Westhrazien-Türken schnell 2:0. Vor der Halbzeitpause schaffte Hangover noch den 1:2-Anschlusstreffer. Ein Freistoß kurz vor dem 9-Meter-Kreis der Handballer brachte drei Minuten vor dem Ende den Ausgleich. In der heiß umkämpften Schlussphase schoss Hangover 30 Sekunden vor dem Ende das 3:2 und zog damit ins Endspiel ein.

Das zweite Halbfinale zwischen Kolping und "das adi" endete deutlicher. Kolping führte zur Pause mit 3:0, am Ende hieß es 6:2.

Das "kleine Finale" zwischen "das adi" und den Westhrazien-Türken sollte erst in letzter Sekunde entschieden werden. Das schnelle 1:0 der Westhrazien-Türken drehte "das adi" in eine 2:1-Führung. Nach dem Ausgleich der Westhrazien-Türken legte wieder "das adi" vor. Als die Westhrazien-Türken in der vorletzten Minute zum 3:3 kamen, stellte man sich schon auf "Nachsitzen" ein. Kurz vor der Schlusssirene setzte jedoch ein Akteur von "das adi" zum Fallrückzieher an und wuchtete das Leder zum 4:3 in den Winkel.

Anders als in allen Partien zuvor, die jeweils zweimal sieben Minuten Spielzeit hatten, durften die Finalisten zweimal zehn Minuten ran. Nach einem Konter führte Kolping 1:0, ehe Hangover eine Ecke zum 1:1 nutzte. Nach dem Seitenwechsel zog Kolping durch einen trockenen Schuss kurz hinter der Mittellinie und nach zwei weiteren erfolgreichen Angriffen auf 4:1 davon und holte damit 15 Jahre nach dem letzten Triumph mal wieder den Titel des Stadtmeisters nach Hause.

Vor der Pokalübergabe freute sich Bürgermeister German Hacker darüber, dass das Turnier ohne ernsthafte Verletzten geblieben sei und man – dabei ging er nochmals auf den Fallrückzieher aus der Partie um Platz drei ein – man auch guten und spektakulären Hallenfußball zu sehen bekommen habe. Die Unparteiischen zeigten in den 31 Partien eine gute Leistung und kamen ohne Rot aus. Lediglich zwei Zwei-Minuten-Zeitstrafen gab es zu notieren.

Kolping-Vorsitzender Dieter Lohmaier richtete den Blick schon ein bisschen in die Zukunft. Er hoffe, so Lohmeier, dass Kolping 2020 auch ein gutes Turnier auf die Beine stellen könne, da der Verein in diesem Jahr 150 Jahre alt werde und das natürlich besonders feiern wolle.

Nordbayerische Nachrichten vom 14.01.2019